GISOTON - Ratgeber
DAS RICHTIGE LÜFTEN Das richtige Lüften von Räumen und Gebäuden ist oft ein „schwieri- ges“ Unterfangen. Es soll nicht zuviel wertvolle warme Luft entwei- chen, dabei aber die Qualität der Raumluft gleich gut bleiben. Hoch gedämmte und sehr dichte Haushüllen verlangen gerade beim Lüften die richtige Vorgehensweise. LÜFTUNGSARTEN Wichtig ist sowohl die Art des Lüftens, wie auch die Dauer [ Grafik 1 ]. Stoßlüften oder Querlüften ist die beste Art der Fensterlüftung. Stoß- lüftung vermeidet Energieverluste und Auskühlung der Bauteile. Ge- zielt und in kürzester Zeit kann ein Luftaustausch – und damit auch die Entfernung des überschüssigen Wasserdampfes – bewerkstelligt wer- den. Stoßlüftung bedeutet, die Fenster ganz öffnen, mehrere Minuten offen lassen, wieder schließen. Noch effizienter ist die Querlüftung, wo alle Fenster ganz geöffnet sind und für „Durchzug“ gesorgt wird. Das Thermostatventil sollte natürlich zuvor heruntergedreht werden. So werden große Luftmengen in kurzer Zeit ausgetauscht. Bei nur ge- kippten Fenstern über einen längeren Zeitraum wird ein Großteil der Warmluft des Heizkörpers direkt nach außen geführt. Es kommt zu un- nötigen Energieverlusten. DAUER DER LÜFTUNG Je kälter es draußen ist, desto weniger Feuchtigkeit ist in der Außen- luft und desto kürzer kann die Lüftungsdauer sein. [ Grafik 2 ]. Die Grafik gibt eine Faustregel für die Lüftungszeiten pro Tag im Laufe eines Jah- res wieder. Die unterschiedlichen Zeiten hängen davon ab, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Außenluft ist. EMPFOHLENE RAUMLUFTFEUCHTE In einem Vier-Personen-Haushalt können je nach Intensität der Nutzung bis zu 15 Liter Feuchtigkeit in 24 Stunden freigesetzt werden [ Grafik 3 ]. Der Umgang mit der Luftfeuchtigkeit im Wohnbereich sollte bewusst erfolgen. Wasserdampf bildet sich zum Beispiel beim Duschen, Baden oder Kochen. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt das Wachstum von Hausstaubmilben und Schimmelpilzsporen. Türen von Räumen mit viel Feuchtigkeitsanfall sollten deshalb geschlossen bleiben, damit diese nicht in der gesamten Wohnung verteilt wird. ABHÄNGIG: LUFTFEUCHTIGKEIT UND TEMPERATUR Mit steigender Raumlufttemperatur fällt die obere Grenze für die emp- fohlene Feuchte ab [ Grafik 4 ] . Das heißt, bei 18° C wird eine relative Luftfeuchtigkeit von max. 75 Prozent als noch behaglich empfunden. Bei einer Temperatur von 23° C fällt diese Obergrenze auf ca. 50 Pro- zent relative Luftfeuchtigkeit. Je wärmer es ist, desto geringer sollte also die Luftfeuchtigkeit sein. Auf der anderen Seite kann warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. Deshalb ist die Möglichkeit hoher Luftfeuchtigkeit bei warmer Luft viel größer. Dies birgt eine wei- tere Gefahr: die Feuchtigkeit kann sich an kalten Oberflächen nieder- schlagen. Auf die Dauer kann dies zu Durchfeuchtungen führen, was ebenfalls vermieden werden sollte. Querlüftung – 2 Minuten Stoßlüftung – 10 Minuten Kipplüftung – 60 Minuten [ Grafik 1 ] Raumklima – Gesundheit und Wohl- befinden 6 | 7 Gisoton Ratgeber
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